[Kulturtransport] Info: Volkmar Staub 'Sprengsätze'

 

Volkmar Staub: »Sprengsätze«

Samstag, 19. Mai 2007, 20:00 Uhr
Ort: Bostelmanns Saal, Frelsdorf
Eintritt: 10,00 EUR

Volkmar StaubManchmal hat man den Eindruck, wir lebten in einer Rede-Demokratie. Da helfen nur SprengSätze! Blindgänger ticken anders.
Volkmar Staub hat sich als Frontberichterstatter erneut an der »Heimatfront« umgesehen und lässt es wieder krachen.

Was geht? Tief verborgen im Schwarzwald, im Stollen eines stillgelegten Silberbergwerks, versteckt sich das Archiv der Bundesregierung. Was sollen unsere Nachkommen (oder Außerirdische) dereinst über uns wissen und erfahren? Und vor allen Dingen, was nicht?

Volkmar Staub hat in diesem bundesdeutschen Info-Endlager als kabarettistische Ich-AG einen Null-Euro-Job angenommen und sammelt als ehrenamtlicher Beauftragter der Bundesregierung für aktuell-kulturelle Ablagerungen alles, was sich als zeitgeistiges Fundstück anbietet. Von Fußball-WM-Reliquien, Politiker-Zitaten, Fragebögen für Ausländer, Gedichten, entzückende Sprengsätzen unseres bayrischen Papa Ratzi, aktuell-politische Reden von Winnetou an die roten Brüder der SPD, bis zu Wilhelm Busch und täglich neu Erlesenem.
Der »Schatz im Silberberg« hat so immer die neuesten Sammeltassen im Schrank, spiegelt damit die ganze Welt und ergibt ein abwechslungsreiches Panorama unserer Zeit.

»Sprengsätze« – bedeutet lokale Berichterstattung eines Weltbürgers und globale Welterkundung vor Ort. Brainwashington, Schwarzafrikaner in Teneriffa, Berlin und die Große Kopulation sind weit und doch spürt man ihre Auswirkungen auch im abgelegenen Herrgottswinkel dieses bunten Bundes-Archivs.

»Sprengsätze« – Das neue Kabarettstück von und mit Volkmar Staub ist eine »arg-lustige-Täuschung« und bestes Enter-Brain-Ment.


Pressestimmen zum Programm:

Sehr scharfzüngig, sehr dicht und sehr brilliant entwickelte sich der Kabarettabend mit Volkmar Staub im Lörracher Nellie Nashorn...
Bestechend ist die große thematische Vielfalt, der Bogen der sich über nationale Befindlichkeit, über Charakterisierung politischer Größen und spöttischem Kommentar zu politischem Tagesgeschäft entfaltet. Staub ist einer, der das Gewerbe mit dem Humor ernst nimmt und sich darauf mit solidem Handwerk versteht... Der Kabarettist verwendet Bilder, lässt Filme ablaufen, benutzt Schaupieler, um Elend und Niedergang deutscher Kultur zu karikieren. In einem Filmplot, in dem die Nibelungen zum »deutschen Gründungsmythos« erhoben werden, trifft Bernhard Minetti auf Gregor Gysi, kämpft Uwe Ochsenknecht mit Hella von Sinnen. Sehr eindrücklich ist der Rückblick auf 100 Jahre deutscher Geschichte, in dem Staub als enthusiastischer Fußballkommentator Verdun oder den Fall der Mauer zum furiosen Medienereignis werden läßt. ...Genial sind immer wieder eingestreute Wort-schöpfungen. Von »german Angst« geprägt und »mental obdachlos« ist der glotzende Homo sapiens zum »Homo Zapiens« mutiert...

Dorothea Gebauer im Oberbadischen Volksblatt vom 31.10.2006


...Die Front, die Volkmar Staub in seinem neuesten Programm aufzeigt, ist eine vertikale. Tief hinein in die Geschichte reist der Kabarettist, um die Erinnerungen der Deutschen geht es, die in einem stillgelegten Bergwerk unterm Schauinsland auf Mikrofilm gezogen in Bierfässern lagern...
Klar, das Sommermärchen muss in die Bierfässer, der Zettel, den Jens Lehmann aus seinem Stutzen zog, als Symbol des kollektiven Rauschs... Urkunden aus der Merowingerzeit, die Einheit von 1989, der Einkaufszettel von Aldi, die Jugendsprache in Berlin...
Grandios sein Auftritt als Winnetou, schließlich kommt an Karl May niemand vorbei, der fürs deutsche Erinnern zuständig ist. Routiniert weiß Staub sein Publikum zu begeistern und zieht alle Register des traditionellen Kabaretts... Genauso leichtfüßig, wenn er sich als großer Sprachpanscher beweist. Bei Volkmar Staub hat Denglish eine völlig neue Bedeutung. So randvoll mit Sprachspielereien, mit Verhunzungen ist sein Rede zum Schluss als Günter Oettinger, dass es mehr als einmal Hören bedarf, um all das auszuschöpfen, was an kreativer Liebe zum Unsinn darin enthalten ist. Wieder einmal zeigt es sich, es ist da Einfache, was so schwierig ist. Staub beherrscht beides, das Schwere und das Leichte.

Badische Zeitung vom 30.10.2006 zum Auftritt in Lörrach


Ganz schön tief wühlt der Kabarettist Volkmar Staub bei seinem neuen Soloprogramm SprengSätze- Neues von der Heimatfront (Regie: Christian Bronder). In den deutschen Eingeweiden schlummern im Barbara-Stollen im Oberried doch auf 36.000 Kilometern Mikrofilm solch unglaubliche Schätze, dass das Archiv von der Unesoco längst zum Weltkulturerbe erklärt wurde...
Ein Dichter, Denker, Märchenonkel und Giftzwerg ist er, ein galliger Spötter und bitterböser Analytiker ... Da gibts die letzten 100 Jahre deutsche Geschichte als pfiffigen Sportkommentar, (61. Minute zu viel gemauert vom Abseitsspieler Honecker) oder die Nibelungen als deutschen Gründungsmythos, verfilmt von Wim Wenders und Christoph Schlingensief... Dazwischen werden kunstvoll mutierte Verse von Wilhelm Busch oder von Brecht rezitiert, Winnetou hält eine Ansprache an seine roten Brüder, die Sozialdemokraten, und Günther Oettinger eine hanebüchende Rede für den Schwarzwald-Tourismus. Alles in allem politisches Kabarett vom Feinsten!

Badische Zeitung, 13. Oktober 2006 zur Premiere im Freiburger Vorderhaus

 
 
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