[Kulturtransport] Kritiken: Dorit Meyer 'Schlampe, Witwe, Mörderin'

 

23. April 2005:
Dorit Meyer »Schlampe, Witwe, Mörderin«

'NORDSEE-ZEITUNG' vom 25. April 2005
Dorit Meyer in der Rolle der naiven Lotte - Foto: Nordsee-Zeitung/ens
Dorit Meyer schlüpft in ihrem Soloprogramm in die Rolle der naiven Lotte
Foto: Nordsee-Zeitung/ens
 
Selbst die Mörderin ist komisch
Dorit Meyer mit ihrem Soloprogramm in Bostelmanns Saal

Frelsdorf (ens). Die Männer in Bostelmanns Saal waren nach zwei Stunden auf den harten Stühlen erleichtert. Sie hatten überlebt. Ganz anders als die Hälfte der Gefährten der Frauen auf der Bühne. Ein Trost: Die Schauspielerin Dorit Meyer war in ihrem Soloprogramm einfach großartig – ganz egal ob als naives Liebchen, trauernde Witwe, Mörderin oder Friseurkundin.
   Lottchen, der erste Frauentypus auf der Bühne, gesteht ihrem »Teddy«, dass sie nicht treu sein kann. Solche Sorgen hat der Tote in der nächsten Nummer nicht mehr. Seine Witwe beklagt sich darüber, dass es taktlos von ihm war am Hochzeitstag zu sterben.
   Zwischen Dorit Meyers Kostümwechseln wuselt Heinz, der Inspizient, auf der Bühne herum, packt die Requisiten an die richtige Stelle, klaut sich einen Schluck Sekt und bekommt jedes Mal einen Sonderapplaus. So dankbar kann Bostelmanns Publikum sein.
   »Die Perfektionistin« hat in der nächsten Folge ihren Mann mit Starkstrom erlegt, um als Schauspielerin möglichst authentisch eine Mörderin spielen zu können. Da sich das richtige Gefühl aber nicht einstellen will, plant sie eine Wiederholung mit einem neuen Partner und einem Messer. Bleibt schließlich die »Frau beim Friseur«, die den schwulen Hairstylisten anbaggert. »Jetzt machen uns schon die Männer Konkurrenz«, bedauert die Kundin.
   Dorit Meyers Vorstellung ist sehr amüsant. Wieder einmal ist uns Männern klar geworden, wozu das »zarte Geschlecht« fähig ist. Freuen wir uns also, dass wir bis heute überlebt haben.
 

 
 
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