[Kulturtransport] Kritiken: Podewitz 'Greatest Witz' 2003

 

3. Oktober 2003:
Podewitz »Greatest Witz – Das Beste aus 10 Jahren«

'CUXHAVENER KREISANZEIGER' vom 22. Oktober 2003
Herz-Schmerz und deftige Wortspielerei
Den Brüdern Podewitz »entkommt« niemand

Verklärter Blick und schmalzige Lyrik: Peter Podewitz in Aktion. Frelsdorf (Samtgemeinde Beverstedt). Das Publikum hatte sich zum Auftritt der Brüder Podewitz kaum hingesetzt, da lief das Spektakel schon. Im von den Akteuren zum »Hochsicherheitstrakt« umbenannten (voll besetzten) Bostelmanns Saal (Frelsdorf) sollten Klatschen und Lachen auf Zuruf erfolgen, erfuhren alle.

Voller Schwung starteten die Brüder. Zunächst waren einige Besucher Opfer flotter Sprüche. Dann nahm Willi Podewitz Alltagsthemen aufs Korn.
   Im »Tanz der Tarife« rasselte er die unterschiedlichen Sondertarife der Telefonanbieter in rasendem Tempo herunter.
   Weiter im Text: Sparsames Heizen biete sich im Sommer an, für allein Erziehende mit abgebrochenem Germanistikstudium sowie Singles mit Elektroboiler sei Heizen noch günstiger.
   Ein Gag folgte dem anderen, beim Lachen war man besorgt, das nächste Wortspiel zu verpassen.

»Schwülstige« Poesie

Für Lyrik sorgte Peter Podewitz. Seiner »schwülstigen« Poesie mit »triefendem« Augenaufschlag konnte sich niemand entziehen.
   60 bis 70 Auftritte pro Jahr absolvieren die Brüder, seit zehn Jahren stehen sie auf der Bühne. Nicht nur in Deutschland strapazieren sie die Lachmuskeln, sondern auch in der Schweiz.
   Mit jungenhaftem Charme und mitunter lockerem Mundwerk begeistern sie ihre Fans. Ihre Geschichten mit den ausgefeilten Texten schreiben sie selbst als Quintessenz alltäglicher Begebenheiten. Zwischendurch folgen ein paar derbe Einlagen, die lassen Zeit, um sich auf neue Wortspielereien und hintergründige Gedankengänge einzustellen.
   Für »Chanson mit Xylofon« waren »Applaus- und Wortkarten« verteilt worden, die am Ende des Programms als Dank und Begeisterung eingesetzt wurden.
   Eine großartige Vorstellung auf Bostelmanns Saal in Frelsdorf. Die Podewitz-Brüder verabschiedeten sich mit einer gekonnten Szene, wie sie zum Ende einer großen Beziehung vorstellbar ist – mit Herz-Schmerz-Wehmut und jeder Menge Vorwürfen.
gm
 

 
 
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