[Kulturtransport] Kritiken: Brendan Power und Jens Kommnick

 

13. Oktober 2004:
Brendan Power & Jens Kommnick

'Bremervörder Anzeiger am Sonntag' vom 19. August 2001

Brendan Power und Jens Kommnick begeistern die Zuschauer in Bostelmanns Saal - Foto: ens
 
Virtuose der Mundharmonika
Brendan Power und Jens Kommnick sorgen in Frelsdorf für gute Stimmung

Von unserem Mitarbeiter Georg Ahrens
 
Frelsdorf. Brendan Power ist einer einer der besten Mundharmonika-Virtuosen. Sonst eher gewöhnt an große Konzertsäle, an Kameras und Studioatmosphäre gastierte der Brite in Frelsdorf auf der Spanplatten-Bühne von Bostelmanns Saal. Mit dabei Jens Kommnick, der Allroundmusiker aus der Region, der 15 verschiedene Instrumente spielt und sich als Spezialist für keltisch-irische Folklore einen Namen gemacht hat.
   Dass er nicht nur mit Gitarre, Mandoline und Keyboard den Meister begleiten wird, zeigt sich beim zweiten Stück, den »Long Silver Lines«, einer wunderschönen Eigenkomposition von Kommnick, gespielt auf dem Keyboard und einfühlsam von Power auf der Harmonika begleitet.
   Bei zwei keltischen Kreistänzen kommt Leben in das Publikum. Freundlich und souverän führt Kommnick durch das Programm. Er spricht von »Havey Metall«, nachdem sein Partner ein fulminantes Solo auf einer daumengroßen Mundharmonika hingelegt hat und im Anschluss an ein verträumtes Gitarrensolo erklärt er, dass es einfacher sei, ein Dudelsackstück auf der Gitarre zu spielen als umgekehrt.

Klarer Sopran

Auf den »Mountain Roads«, auf den Bergstraßen, waren »der Mann mit der Mundharmonika und der mit der Gitarre« dann in die Pause gerast.

Danach kam dann für viele der Höhepunkt des Abends. »Wir haben kein festes Programm und veranstalten immer mal gerne überraschendes Happening«, verkündet Kommnick.
   Da Angelika Berns, die bekannte Irish-Folk-Interpretin und seine langjährige Partnerin in der Gruppe »Iontach«, mit dem Verkauf der CDs unterfordert ist, wird sie kurzerhand auf die Bühne gebeten. Sie singt mit klarer Sopranstimme die Ballade vom »Unicorn«, von der Zeit als es auf der Erde noch Einhörner gab. Power hat das Stück noch nie gehört, wie Kommnick glaubhaft versichert. Nach einer kurzen Weile gesellt er sich mit zaghaften Harmonika-Akkorden zu der Gitarrenbegleitung, hat sich dann schnell zurechtgefunden und zeigt mit großartigen Improvisationen und seinem unverwechselbaren Sound zwischen den Strophen, dass hier ein ganz großer Musiker auf der Bühne steht.
   Nach einer Reihe lebhafter Reals, den irischen Tänzen im 4/4 Takt und einer beeindruckenden Eigenkomposition Powers mit dem seltsamen Namen »Kitchenairs« (Küchendüfte), nach riesigem Beifall und Fußgetrampel und mehreren Zugaben ist dann irgend wann kurz vor Mitternacht der Spaß vorbei.

 
 
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